Weniger eine Rezension, als zwei Seiten Lob

„Spellslinger – Karten des Schicksals“ von Sebastien De Castell

Ich habe mich auf so vielen Ebenen in dieses Buch verliebt. Nachdem das Cover schon ziemlich cool gestaltet ist, hat der Klappentext mich überzeugt, das Buch anzufragen. Meine Erwartungen waren praktisch höher als das Empire State Building – und wurden trotzdem überboten.

Die Geschichte spielt in einer Fantasywelt, in der es mehrere Völker gibt. Besonders viel geht es um die Jan’Thep, die Magier. Bis zu ihrem 16. Geburtstag müssen sie verschiedene Prüfungen ablegen und ihre Bänder für Blut, Glut, Seide, Metall, Sand und/oder Atem entfachen. Wer nicht besteht wird zu einem Shan’Thep hinuntergestuft, einem magielosen Diener seiner Familie, der in der Gesellschaft verachtet wird und keine Rechte hat. IMG_0440

Der fünfzehnjährige Kellen, der aus einer mächtigen Jan‘Thep-Familie kommt, möchte um jeden Preis verhindern, dass es so weit kommt. Obwohl seine magischen Fähigkeiten denkbar klein sind, schafft er es, ein Magierduell zu überstehen – und zwar mit dem Vorsatz „Magie ist auch nur Trickserei“.

Dass das in der Gemeinschaft nicht angesehen wird muss ich euch wohl kaum erklären…

Allerdings ist das nun wirklich nicht sein größtes Problem, denn direkt am Tag des Duells taucht eine mysteriöse Fremde auf: Ferius Parfax ist Kartenspielerin und eine Daroman – kommt also aus einem anderen, magielosen Volk.

Warum sie hier ist weiß keiner, aber sie scheint zu glauben, dass Kellen für irgendetwas wichtig werden könnte… Dabei ist er nicht einmal besonders mächtig – eher im Gegenteil! Aber gerade darum geht es eigentlich: Magie ist nicht alles und häufig kann sie auch von Intelligenz und Wahrheit besiegt werden.


 

Spannungsbogen: 5/5

Die Geschichte startet gleich mit dem Magierduell und hat auch später noch einige gelungene Actionszenen. Außerdem gibt es einige überraschende Wendungen, die mir alle sehr gut gefallen haben und auch wirklich klasse eingebaut waren.

Aber am besten fand ich, wie sich immer wieder neue Ahnungen und Handlungsstränge eingeschlichen haben. Es war ein bisschen so, als würde die ganze Zeit Musik spielen, die immer lauter und drängender wird, ein wenig wie in einem Film.

Die ganze Zeit über war es spannend und – vor allem – auch unglaublich fesselnd, weil man einfach „gespürt“ hat, wie sich etwas Größeres anbahnt.

Idee & Logik: 4/5

Dadurch, dass ich schon sehr viele Fantasy-Bücher gelesen habe, finde ich es manchmal etwas „langweilig“, wie die magischen Aspekte dargestellt werden. Das meiste kenne ich einfach schon aus anderen Büchern. Genau das war hier aber NICHT der Fall: Die Bänder, die Kultur und auch die sechs (mit „Schatten“ sieben) Gruppen (Seide, Glut, Blut, Eisen, Atem & Sand) sind mir so noch nie untergekommen und haben mich sehr überzeugt. IMG_0441Auch die Plottwists waren sehr gut eingebaut, außerdem war die Handlung in sich schlüssig und es gab keine Logiklücken oder Widersprüche.

Außerdem werden viele wichtige Themen angesprochen und es gibt viele Denkansätze, mit denen sich jeder einmal beschäftigen sollte.

Ich habe allerdings sehr lange gebraucht, um zu verstehen, ob es in einer eigenen Fantasywelt spielt, oder in unserer Welt, nur eben mit magischen Elementen. Inzwischen glaube ich, dass es eine Fantasywelt ist, falls sich das jemand fragt^^ Das ist aber nur ein sehr kleiner Teil, verglichen mit allem, was ich an der restlichen Idee & Logik liebe.

Charaktere: 5/5

Die größten Rollen spielen Kellen, Ferius und Reichis (über Reichis werde ich nicht besonders viel verraten, außer dass ihr ihn auf dem Cover sehen könnt…), welche alle einfach unglaublich sympathisch sind.

Ich liebe Kellens Humor, seinen Blick auf die Welt und die Art, wie er mit den Dingen umgeht. Er ist nicht der typische Held, sondern ein Junge, der gezwungen wird etwas zu verändern.

Auch Ferius ist ein Charakter ganz nach meinem Geschmack. Sie hat richtig Ausstrahlung und Charakter – ich würde sie echt gerne einmal treffen.

Von den Nebencharakteren haben mir ebenfalls alle sehr gut gefallen. Die Gewissenskonflikte und Entscheidungen waren zwar nicht immer die Richtigen, aber ich konnte trotzdem irgendwo verstehen, warum sie manche Dinge getan haben.

Atmosphäre: 5/5

Die Stimmung in diesem Buch ist teilweise wirklich magisch, manchmal aber auch eher auf den „Trickser“-Faktor bezogen. Ich finde diese Mischung einfach unglaublich gut gelungen.

Besonders beeindruckend ist auch, dass es viele witzige Sprüche &Gedankengänge von Kellen gibt, die mich teilweise sehr zum Lachen gebracht habe, die Geschichte dadurch aber nicht irgendwie lächerlich wirkt oder so.

Ein absolutes Highlight war auch das Ende, das für mich einfach perfekt gestimmt hat und absolut nach meinem Geschmack war.

Schreibstil: 5/5

Sebastien De Castell hat einen sehr flüssigen und (wie bereits erwähnt) sehr atmosphärischen Schreibstil. Er schafft es, Ernsthaftigkeit, Witz, Spannung und Emotionen zu vereinen, ohne dass dabei eine dieser Sache unter geht. Selbst wenn die Geschichte nicht so unfassbar genial gewesen wäre, hätte ich immer weitergelesen.


 

Meine Meinung:

Ein absolutes Lieblingsbuch mit der besten Bewertung, die ein Buch von mir je bekommen hat! (Glaube ich zumindest 😉)

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Übrigens hat die Reihe ganze sechs Bände, von denen bisher allerdings erst der erste draußen ist. Am 23.10.2020 folgt aber – endlich! – der zweite Teil, auf den ich schon unfassbar gespannt bin.
Außerdem gibt es ein englisches, kostenloses eBook auf der Website des Autors (einmal hier klicken). Ich glaube, dass es nicht spoilert, aber ich bin mir nicht sicher, deshalb würde ich erst den ersten Band lesen. Um es zu bekommen müsst ihr den Newsletter der Website abbonieren^^


 

Titel: Spellslinger – Karten des Schicksals

Autor: Sebastien De Castell

Verlag: dtv

Altersempfehlung: 12+

So bin an dieses Buch gekommen: Rezensionsexemplar des Verlags

Seiten: 416 Seiten

Preis: 16,95€

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