Ein ganz eigener Sound

„Das Salzwasserjahr“ von Nora Hoch (Rezension)

Jannik macht ein Auslandsjahr in Australien. Nach einem Streit mit seinem besten Freund fühlt er sich, als würde ihm alles über den Kopf wachsen und er braucht Abstand. Was könnte da besser sein als das andere Ende der Welt?

Doch auch das Land der Koalas ist nicht frei von Problemen: In seiner Gastfamilie geht es teilweise drunter und drüber. Eine der Töchter möchte nicht nach Hause kommen, bevor ihr Vater anfängt, an seinen Depressionen zu arbeiten und in Therapie zu gehen, was es auch den anderen Familienmitgliedern schwer macht.

Außerdem hat Janniks seine Ex-Freundin Sienna noch nicht aufgegeben.

Überhaupt: Sienna.

Sie fasziniert Jannik vom ersten Moment an. Ihre geheimnisvolle Art, die Wortgeschenke, die sie ihm macht, ihre spontanen Ideen und der Mut, anders zu sein.

Mal ist es, als hätten sie ein unglaublich starkes Band zueinander, dann beachtet sie ihn wieder tagelang nicht.

Als sich das Australienjahr dann dem Ende neigt ist sich Jannik nicht sicher, ob er sich so sehr verändert hat, wie er wollte. Er ist ein anderer Mensch, wird aber in ein Leben zurückkehren, das sich vermutlich kaum verändert hat.

Das Buch handelt viel von Selbstfindung und Entscheidungen, aber auch von dem Mut, etwas Neues zu wagen und der Magie, die ein neuer Ort auf einen auswirken kann.

Dabei gibt es weniger eine große Haupthandlung als viele kleine Geschichten, denen Jannik in Australien begegnet.


Spannungsbogen: 3/5

Wie oben angedeutet fehlt es der Geschichte in meinen Augen an einem Haupt-Handlungsstrang. Jannik war ein sehr interessanter Charakter, den ich gerne begleitet habe, gerade in der ersten Hälfte habe ich aber manchmal die Spannung vermisst.

Im zweiten Teil nahmen dann die Nebenhandlungen zu und das Buch hat mich sehr glücklich gemacht, obwohl es immer noch nicht diese eine Handlung gab.

Idee & Logik: 4/5

Die Idee eines Neuanfangs auf einem anderen Kontinent mit all seinen Schwierigkeiten und Einfachheiten finde ich sehr schön. Ein richtiges Sommerbuch, bei dem man direkt lächeln möchte. Später bekommt die Geschichte auch einige ernstere Elemente, als man erfährt, wie es zu dieser „Flucht“ kam. Ich hätte mir nur gewünscht, dass diese etwas früher eingeführt werden, da man so Jannik besser versteht.

Charaktere: 4/5

Jannik ist ein sympathischer Typ. Einer, den man gern zum Kumpel hätte und der einem im ersten Moment vielleicht nicht direkt auffällt, aber sehr nett drauf ist. Auch seine Charakterwandlung zum Ende hin fand ich sehr schön, solch eine Entscheidung findet man (leider) nur in sehr wenigen Büchern.

Sienna ist ein sehr interessanter Charakter, allerdings konnte ich Janniks Schwärmerei für ihn nicht ganz verstehen, zumal sie ihm ziemlich deutlich gemacht hat, dass sie ihn nur als Kumpel sieht. Das war aber auch mein einziger Kritikpunkt^^

Atmosphäre: 4/5

Die Atmosphäre war meistens absolut auf dem Punkt und wirklich wunderschön. Manchmal gab es den ein oder anderen Aussetzer, aber nicht besonders oft.

Schreibstil: 5/5

Das Buch wird auf der Rückseite als mit einem „ganz eigenen Sound“ betitelt. Erst wusste ich nicht so ganz, was ich mir darunter vorstellen soll, aber inzwischen habe ich absolut verstanden, was gemeint ist.

Es mag etwas komisch klingen, aber ich hatte das Gefühl, dass die Handlung die ganze Zeit entfernt war. Die Geschichte wird irgendwo distanziert erzählt. Als wäre man unter Wasser und zwar ganz nah dran am Geschehen, wird aber von mehr als Luft getrennt.


Meine Meinung:

Ein besonderes Buch über Entscheidungen und Neuanfänge, dem hier und da leider ein wenig Spannung fehlte.

⭐️⭐️⭐️⭐️


Titel: Das Salzwasserjahr

Autorin: Nora Hoch

Verlag: dtv

Altersempfehlung: 14+

So bin an dieses Buch gekommen: Rezensionsexemplar des Verlags

Seiten: 224 Seiten

Preis: 13,95€

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