Verdient eine Medaille in der gleichen Farbe, wie der Titel

 “Die Göttinnen von Otera: Golden wie Blut” von Namina Forna (Rezension)

In Otera, wo Frauen unterdrückt und verachtet werden, hat Deka nur ein Ziel: Den Test der Reinheit zu bestehen. Aufgrund ihrer dunklen Hautfarbe gilt sie in ihrem Dorf schon seit ihrer Geburt als Außenseiterin und nur der Beweis, dass ihr Blut rot ist, wird ihr einen Platz in der Gesellschaft verschaffen.

Doch dann kommt alles ganz anders: Dekas Blut ist golden. Sie ist eine Alaki, ein Dämon, wie sie im ganzen Reich gemieden und verachtet werden. Normalerweise gälte sie damit bereits als verloren, doch ein neuer Befehl des Kaisers rettet ihr das Leben – zumindest mehr oder weniger.

Da Alkali nicht nur beinahe unmöglich umzubringen sind, sondern auch über mehr Schnelligkeit und Stärke verfügen, als normale Menschen, will er aus ihnen eine Armee aufbauen. Zusammen mit anderen Mädchen, durch deren Adern goldenes Blut fließt, wird Deka in der Kunst des Kampfes unterrichtet, um den Sieg gegen die Todesrufer herbeizubringen – Monster, die Otera schon seit Jahren bedrohen.

Obwohl sie weiterhin behandelt wird, als wäre sie nichts wert, wird Deka klar: Sie ist wichtig. Sie ist Teil von etwas Größerem. Und sie ist bereit, die Regeln, die sie als Frau in die Knie zwingen, zu brechen. 

Denn wer ist der wahre Unterdrücker in diesem Krieg? Und wer sind die Helden?

Um mich kurz zu fassen: Ich bin verliebt. Eigentlich war (bzw. bin) ich in einer riesigen Leseflaute, aber „Die Göttinnen von Otera“ hat mich daraus geholt. Ich konnte es einfach nicht aus der Hand legen. Schon ab dem ersten Drittel wusste ich, dass es nicht nur ein Lesehighlight 2020, sondern auch ein neues Lieblingsbuch ist.


Spannungsbogen: 4/5

Das Buch ist unglaublich fesselnd, schon von der ersten Seite an. Es gibt eine schöne Einleitung in die Welt, die aber nicht zu lang ist und schon sehr schnell kommt es zu actionreichen Schlüsselszenen. Im Mittelteil hätte ich mir manchmal ein klein bisschen mehr Abwechslung gewünscht, trotzdem sind die Seiten nur so dahingeflogen. Perfekt für alle, die in eine andere Welt abtauchen wollen.

Idee & Logik: 5/5

Was soll ich sagen? Es ist einfach genial. In gewisser Weise hat es mich ein wenig an „Children of Blood and Bone“ von Tomi Adeyemi erinnert – nur dass ich „Die Göttinnen von Otera“ sogar noch ein wenig besser fand – was etwas heißen will. Die Grundidee als solche ist schon unglaublich klasse und die späteren Plottwists sind sogar noch besser.

Charaktere: 5/5

Ich liebe Deka einfach. Sie ist eine starke, eigenständige Persönlichkeit, die zwar ihre Macken hat, aber unglaublich sympathisch ist. Auch die anderen Alaki und – vor allem – Weißhand sind einfach nur genial. Ich habe oft ein wenig probleme mit den Protagonist*innen, aber hier habe ich einfach nichts zu auszusetzen.

Atmosphäre: 5/5

Auf dem Punkt. Ich war zu 100% in der Geschichte drin, habe mitgefiebert und konnte mir alles bildlich vorstellen. Es hat sich so unglaublich angefühlt, dieses Buch zu lesen – ganz so, als wäre ich selbst dort.

Schreibstil: 5/5

Wie bereits beim vorherigen Punkt angedeutet hat mir der Schreibstil unglaublich gut gefallen. Er ist flüssig und interessant zu lesen, verliert sich nicht in unnötigen Beschreibungen und macht es einem trotzdem möglich, alles vor seinem inneren Auge zu sehen. Namina Forna findet genau das richtige Maß an Details.


Meine Meinung:

Ein Jahreshighlight und eine riesige Leseempfehlung für alle Fans von „Children of Blood and Bone“!

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️


Titel: Die Göttinnen von Otera: Golden wie Blut

Autorin: Namina Forna

Verlag: Loewe

Altersempfehlung: 12+

So bin an dieses Buch gekommen: Rezensionsexemplar des Verlags

Seiten: 507 Seiten

Preis: 19,95€

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