Interview mit Ela Mang

Ela Mang, beziehungsweise Gabriele Rittig, ist die Autorin einer meiner absoluten Lieblingsreihen: Menduria. Nun habe ich nicht nur den vierten Band als Rezensionsexemplar erhalten, sondern sie hat mir auch ein Interview gegeben^^

Foto: Christoph H. Breneis

Aus dem Hobby, das es damals noch war, ist im Laufe der Zeit ein Beruf geworden, oder vielmehr eine Berufung.

Ela Mang

Hallo Frau Mang, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit nehmen, meine Fragen zu beantworten. Wie sind Sie eigentlich zum Schreiben gekommen?
Ich habe vor 20 Jahren meine ersten Geschichten für meine eigenen Kinder geschrieben. Aus dem Hobby, das es damals noch war, ist im Laufe der Zeit ein Beruf geworden, oder vielmehr eine Berufung.


Und wann war die Idee für „Menduria“ da? Hatten Sie einen festen Plot, oder hat sich das Projekt erst beim Schreiben entwickelt?
Die Ursprungsidee zu Menduria ist schon 15 Jahre alt. Ernsthaft zu schreiben habe ich vor 10 Jahren begonnen. Aber die Story hat sich ziemlich schnell zu etwas ganz Anderem entwickelt, als ich es geplant hatte. Schon während ich den ersten Band geschrieben habe, wurde mir klar, dass ich mit einem Band nicht auskommen würde. Ursprünglich wollte ich die Geschichte in drei Bänden
erzählen. Ein vierter Band wurde notwendig, weil sich die Geschichte in drei Bänden nicht ausgegangen ist.


Wenn Sie selbst in Menduria leben könnten, welches Wesen wären sie am Ehesten?
Ich wäre gerne ein Mitglied der Dunkelelfen. Den Gemeinschaftssinn und das
Zusammengehörigkeitsgefühl dieses Volkes finde ich großartig.


Welchem Charakter sind Sie am Ähnlichsten?
Menschen, die mich sehr gut kennen, behaupten, dass sehr viel von Lina in mir steckt. Und ein bisschen etwas von Darians Humor;-)


Sind Sie Hauptberuflich Autorin?
Ja. Ela Mang ist ja ein Pseudonym. Unter meinem richtigen Namen Gabriele Rittig veröffentliche ich seit 17 Jahren Bücher im Kinder und Jugendbereich.


Welches Gefühl war es, den ersten Band der Reihe in den Händen zu halten und wie hat es sich angefühlt, das letzte Wort des vierten Buches zu tippen?
Den ersten gedruckten Menduria Band in Händen zu halten, das war ein unbeschreibliches Glücksgefühl. Ich hatte ja 7 Jahre nach einem Verlag gesucht, und als es dann endlich soweit war, konnte ich es kaum glauben.
Die letzten Zeilen habe ich mit einer Mischung aus Erleichterung und sehr viel Wehmut geschrieben. Mich von Lina, Darian, Aljana und den anderen Charaktären zu verabschieden, die ich so liebgewonnen hatte, ist mir sehr schwer gefallen. Deshalb hat es auch eine ganze Weile gedauert, bis ich mich wieder einem Projekt in diesem Genre zuwenden konnte und wollte.

Foto: Peter Hoffmann

Sind Sie zufrieden mit Ihrer Arbeit oder gibt es jetzt im Nachhinein stellen, wo Sie sich denken, da hätten Sie etwas besser machen können?
Im ersten Teil mussten viele Seiten gekürzt werden, da das Manuskript eine gewisse Länge nicht überschreiten sollte. Das macht sich gerade im letzten Teil des Buches bemerkbar. Hier würde ich aus heutiger Sicht gerne weniger kürzen.


Wie sind Sie auf „Menduria“ als Titel gekommen?
Der ursprüngliche Arbeitstitel war „Der erste Codex“. Die drei geplanten Bände sollten „Heute“, „Gestern“ und „Morgen“ lauten. Damit war die Marketingabteilung des Verlages aber nicht sehr glücklich. So haben wir entschieden, der Reihe den Namen der Welt zu geben, in der die Geschichte spielt. Nachträglich gesehen ist das auch sehr gut so, denn ich hätte keine Ahnung gehabt, wie ich den vierten Band nennen sollte.


Dürfen wir uns in Zukunft auf neue Bücher von Ihnen freuen?
Ja, nach einer längeren Schreibpause, die ich nach Menduria gebraucht habe, arbeite ich jetzt an einem neuen Buch.
Unter dem Namen Gabriele Rittig ist in der Zwischenzeit eine Buchreich mit dem Namen „Mythania“ erschienen. Sie umfasst auch vier Bände, ist aber für die Altersgruppe der 9-12 Jährigen geschrieben.


Was ist so die Kernbotschaft, die Sie ihren Lesern mitgeben wollen?
Mir ist es wichtig, Werte zu vermitteln. Dies lässt sich durch das Handeln meiner Charaktere sehr gut erreichen. Vertrauen, Freundschaft und das Füreinander Einstehen sind immer wieder zentrale Themen in meinen Büchern. Deshalb waren mir auch die sieben Werte der Andervyan, mit denen das
Buch der Gezeiten versigelt ist, so wichtig.

Würden Sie die gleiche Entscheidung wie Lina im dritten Band treffen und sich gegen Ihre Familie und für Menduria entscheiden?
Ich bin sehr froh, dass ich selbst eine solche Entscheidung niemals treffen musste. Aber ich würde mich mit ziemlicher Sicherheit wie Lina entscheiden.


Haben Sie eine Lieblingsfigur?
Es gibt viele Figuren, gerade unter den Nebencharakteren, die ich mag. Aber einer meiner besonderen Lieblinge ist Ark-Dragon.


Haben Sie ein Lieblingszitat von einem Ihrer Charaktere?
Kein spezielles Zitat, aber wenn ich an die Szene in Band zwei denke, in der Darian Lina den Betrunkenen vorspielt, muss ich immer schmunzeln. Und dann natürlich der Dialog, der sich knapp vor dem Angriff auf die Nachtmahre zwischen Gornik, Darian und Tek-Dragon entwickelt.


Was wünschen Sie sich weiterhin für sich und Ihre Bücher?
Für mich selbst wünsche ich mir für jedes weitere Buchprojekt, das ich mit der gleichen Neugier und Freude schreiben kann, wie es bei Menduria der Fall war. Und für meine Bücher, dass es den Leserinnen und Lesern genau dieses Vergnügen bereitet wie mir das Schreiben.


Lesen Sie selbst viel oder ist Ihre Leidenschaft eher das Schreiben?
Ich lese sehr gerne, allerdings oft zu wenig, da ich immer die Entscheidung zwischen Schreiben und Lesen treffe. Wenn mich ein Buch allerdings so richtig in Bann gezogen hat, müssen selbst meine eigenen Geschichten warten;-)


Was hat Ihnen dabei geholfen, motiviert zu bleiben und hatten Sie einmal eine Schreibblockade?
Menduria zu schreiben war beinahe wie ein innerer Zwang, ein Abenteuer ,dem ich mich nicht entziehen konnte. Schreibblockaden haben mich auch schon erwischt. Mir hilft es dann immer, sie einfach zu akzeptieren. Bis jetzt sind sie noch immer vorbeigegangen.


Wie würden Sie sich selbst in drei Wörtern beschreiben?

neugierig, herzlich und frech


Eine unglaublich wichtige Frage, die mir sehr am Herzen liegt: Darian oder Solvay? 😉

Eindeutig Darian, obwohl Solvay die vernünftigere Wahl wäre;-)


Wie stellen Sie sich den Flug auf einem Drachen vor?
Das muss einfach atemberaubend sein. Vor allem wenn es ein Ritt auf einem Drachen Mendurias ist, da sie ja nicht gezähmt sind, sondern einem die Ehre eines Fluges gewähren. Um es mit etwas Irdischen zu vergleichen, eine Mischung aus Achterbahn fahren und tauchen.

Das klingt wirklich klasse, ich würde es sehr gerne mal ausprobieren^^ So gilt es wohl, weiterzulesen! Vielen Dank für Ihre Zeit!

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